Dienstag, 14.05.: Klappe, die zweite

Studenten und Alltag? Das gibt es nicht!
08:00 zeigt der Wecker an, als er mich mit sanften Klängen von Kerri Hilsen aus dem Schlaf holt. Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die lieber eine Stunde früher aufsteht, dafür aber in Ruhe frühstückt und entspannt in den Tag startet. Am besten gefallen mir die Tage, an denen das klappt. Nicht so heute. Voller Vorfreude auf ein kraftvolles Frühstück springe ich aus dem Bett, um nach nur wenigen Sekunden festzustellen: Der Kühlschrank ist leer. Und der Vorratsschrank? Eine Scheibe trockenes Brot und ein bisschen Butter. Also gut - frei nach dem Motto "Besser als nichts" genieße ich ein Schwarzbrot mit Butter. Ist ja nicht so, als hätte man nicht bemerkt, dass sich die geliebte Gouda- Packung Tag für Tag leert. Das "Frühstück" verläuft schonmal nicht nach Plan. Also erstmal ein Schluck Wasser, der meinen Tag erfrischen soll. Schön wär's. Außer leeren Pfandflaschen ist auch in der Wasser- Ecke nichts zu holen. Und, auch wenn es keinen geschmacklichen Unterschied gibt, Leitungswasser ist nicht so mein Freund. So kommen wir hier nicht weiter. Ich muss meinen so sorgfältig geplanten Tag auf der Stelle umkrempeln: Vor der ersten Stunde in der FH ist noch der Gang in einen Supermarkt nötig. In Frage kommen nur einer, der besonders nah an der Bahnhaltestelle liegt. Aus Zeitgründen laufe ich meinen Weg dort fast schon blind ab: Erst zum Bananenstand, dann zur Wasserabteilung.
Ein wenig abgehetzt und alles andere als entspannt erreiche ich dann um 9:43 die FH. Im dritten Stock und im richtigen Raum angekommen - ihr wisst wahrscheinlich selbst, dass das keine Selbstverständlichkeit ist! - kann es dann losgehen: Hunger aus, Gehirn an!
Wir beginnen mit einer Übersetzenstunde, heute glücklicherweise vom Englischen ins Deutsche. Wir übersetzen eine Szene eines britischen Theaterstücks in die deutsche Umgangssprache, was doch das ein oder andere Grinsen in den studentischen Reihen hervorruft, denn wenn wir eins können, dann ist es, uns umgangssprachlich auszuleben! Und daneben ist es wirklich nicht uninteressant, sich mit Syntax und Semantik der englischen und deutschen Sprache auseinanderzusetzen!
Auch in der zweiten Stunde geht es englisch weiter, nämlich mit der Geschichte Australiens. Wir behandeln gerade den Film "The Rabbi-Proof Fence", im Groben ein Film über Kinder, die aus ihrem gewohnten Leben inmitten ihrer Familie herausgerissen werden und in einem Camp zu anderen Menschen gemacht werden sollen. Die Kinder werden nach ihrer Hautfarbe kategorisiert und dementsprechend zugeteilt. Besonders erschreckend ist, dass dieses Verfahren bis in die 1970er Jahre Bestand hatte - gar nicht so lange her, oder?
Wie gewohnt wartet dann um 13:00 das Mittagessen. Heute mal das vegetarische Menu...
Und nach der Mittagspause wechseln wir dann von der australischen in die deutsche Geschichte, genauer gesagt in die Kunstgeschichte, die mir persönlich ein bisschen zu umfangreich erscheint. So viele Künstler und vor allem so viele verwirrende Bilder! Einmal angucken wäre ja schön, aber wenn man den Sinn dieser Werke erfassen soll, verspüre ich eher ein Brett vor dem Kopf als den vom Dozenten erhofften Aha- Effekt. Man kann ja nicht alles können!
Um 17:15 ist der denkerische Teil geschafft.
Jetzt geht es erstmal mit der Bahn Richtung Innenstadt, um der lieben Schwester einen Kalender zu kaufen. Die soziale Ader darf bei alledem ja schließlich nicht vernachlässigt werden!
Und jetzt, 19:15, sitze ich hier und schreibe meinen zweiten Blogeintrag, während ich eine Blick in meinen Terminplaner werfe. Wenn dieser Blick eins fördert, dann meinen Stressfaktor! Kennt ihr das? Man wollte den Frisör angerufen haben, die Zalando- Schuhe, die leider nicht passen, zur Post bringen und nebenbei 10 Prüfungen für Juni anmelden. Da kommt Freude auf!
Und weil ich noch so viel vor habe, ist hier jetzt auch Schluss.
Also, volle Kraft voraus und hoffentlich bis morgen!

14.5.13 19:22

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